Berufsunfähigkeitsversicherung Arzt

die Besonderheiten Ihres Arztberufes müssen berücksichtigt werden

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Inhaltsverzeichnis

 

Versicherungsbedarf und Versicherungsumfang einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte

Desaster – keine Berufsunfähigkeitsrente für Ärzte aus ihrem Versorgungswerk bei teilweiser Berufsunfähigkeit

Als Arzt sind Sie grundsätzlich über Ihr berufsständisches Versorgungswerk gegen Berufsunfähigkeit versichert. Niedergelassene Ärzte erhalten in der Regel aber nur eine Berufsunfähigkeitsrente, wenn Sie zu 100% berufsunfähig sind.

Weitere Voraussetzung für die Zahlung einer berufsständischen Berufsunfähigkeitsrente ist, dass ein niedergelassener Arzt im Falle einer Berufsunfähigkeit seine Zulassung zurück gibt, also seine Tätigkeit vollständig aufgeben muss. Dies ist jedoch für den betroffenen Arzt oft nicht möglich, weil er finanzielle Verpflichtungen aus seiner Arztpraxis zu erfüllen hat und er deshalb im Rahmen seines verbleibenden Restleistungsvermögens noch weiterhin tätig sein muss.

Weitere Infos:

Fallbeispiele: Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte

Da Sie als Arzt trotz Berufsunfähigkeit in vielen Fällen keine Berufsunfähigkeitsrente von Ihrem Versorgungswerk erhalten werden, ist es für Sie besonders wichtig, dass Sie den Verlust Ihrer Arbeitskraft über eine private Berufsunfähigkeitsversicherung versichern.

Drei typische Fälle, in denen eine Berufsunfähigkeitsversicherung leisten sollte:

Fall 1:
Ein Assistenzarzt, der aufgrund eines erlittenen Unfalls die Beweglichkeit seines rechten Daumens einbüßt und deshalb seinen Beruf als Arzt nicht mehr ausüben kann, weil er zumindest zu 50% berufsunfähig ist, sollte von seiner Versicherung die volle Berufsunfähigkeitsrente erhalten.

Fall 2:
Wenn ein Arzt aufgrund orthopädischer Beschwerden zu mindestens 50% berufsunfähig wird und seine bisherige ärztliche Tätigkeit im Rahmen seiner verbliebenen gesundheitlichen Möglichkeiten fortführt, sollte von seinem Versicherer die volle Berufsunfähigkeitsrente erhalten.

Fall 3:
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für einen Arzt sollte auch dann die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente zahlen, wenn zum Beispiel ein Chirurg aufgrund einer Handverletzung zu mehr als 50% berufsunfähig ist und deshalb nicht mehr operieren kann, er aber eine gutachterliche Tätigkeit ausübt, bei der er die Hälfte seines bisherigen Einkommens erwirtschaftet.

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Worauf Sie bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte achten sollten: Klauseln und deren Bedeutung

Eine Absicherung gegen die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit bietet heute fast jeder Versicherer. Jedoch berücksichtigt eine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung oft nicht die besonderen Absicherungsbedürfnisse, die der Arztberuf erfordert.

Im Folgenden möchte ich Ihnen deshalb einige grundlegendende Regelungen und Klauseln einer Berufsunfähigkeitsversicherung vorstellen, aber auch auf einige besondere Anforderungen hinweisen, die für Ärzte und Zahnärzte bei der Auswahl einer Berufsunfähigkeitsversicherung besonders wichtig sind.

Definition der Berufsunfähigkeit: Und was es mit dem "altersentsprechendem Kräfteverfall" auf sich hat

Häufig findet sich in den Versicherungsbedingungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung folgende Definition der Berufsunfähigkeit:

„Ist die versicherte Person voraussichtlich 6 Monate infolge Körperverletzung, Krankheit oder mehr als altersentsprechenden Kräfteverfall … außerstande oder außerstande gewesen zu mindestens 50%, ihren zuletzt bei Eintritt des Versicherungsfalles ausgeübtem Beruf – wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war – nachzugehen, so gilt dieser Zustand von Beginn an als Berufsunfähigkeit.“

Hiernach erhält die versicherte Person beispielsweise die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente, wenn sievoraussichtlich mehr als 6 Monate aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls seinen Beruf zu mindestens 50% nicht mehr ausüben kann.

Der Zusatz „mehr als altersentsprechender Kräfteverfall“ kann jedoch in den Fällen problematisch sein, in denen Sie als versicherte Person beweisen müssen, dass ein bei Ihnen ein vorliegender Kräfteverfall mehr als altersentsprechend ist – also ein Kräfteverfall vorliegt, der über das „Normale“ hinausgeht. Die Beweislast liegt beim Kunden! Und dieser Beweis ist mitunter schwer zu führen. Deshalb sollte Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung vertraglich darauf verzichten.

Beispiel:
Angenommen ein gegen Berufsunfähigkeit versicherter Arzt hat wegen einer schweren Krankheit nachweislich einen Berufsunfähigkeitsgrad von 45% erreicht. Die für die Berufsunfähigkeitsleistung erforderliche Leistungsgrenze von 50% wird aber nur erreicht, wenn ein ebenfalls vorliegendender Kräfteverfall von 10% berücksichtigt wird.

Bei diesem Klauselbeispiel könnte der Versicherer versucht sein, zu unterstellen, dass der Kräfteverfall ganz oder teilweise altersentsprechend ist. Dann fiele er unter den Tisch. Gelingt es der versicherten Person nun nicht, die geforderte 50%ige Berufsunfähigkeit nachzuweisen, ist der Versicherer leistungsfrei!

 

Eine vorteilhafte BU-Definition könnte so aussehen:

„Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen ist (...), außerstande ist, seinen zuletzt ausgeübten Beruf auszuüben.“

BU-Definition: möglichst ohne "altersentsprechenden Kräfteverfall"

Achten Sie darauf, dass die BU-Definition Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung klargestellt, dass auf den Nachweis eines mehr als altersentsprechenden Kräfteverfall verzichtet wird. So ist jeder Kräfteverfall mitversichdert - gleich, ob er altersentsprechend (also normal) oder mehr als altersentsprechend ist. Auch wenn es sich nicht um das wichtigste Leistungskriterium handelt, in hochwertigen Berufsunfähigkeitsversicherungen ist solch eine verbesserte BU-Definition meist kostenfrei enthalten. Warum sollten Sie darauf verzichten?

6-Monats-Prognose sorgt für einen baldigen Leistungsanspruch

Nach der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsdefinition (§ 172 VVG) ist der Versicherer leistungspflichtig, wenn die versicherte Person voraussichtlich dauernd berufsunfähig ist. Mit voraussichtlich dauernd ist nach vorwiegender Rechtsprechung meist ein Zeitraum von drei Jahren gemeint.

Wesentlich kundenfreundlicher ist es, wenn dieser Zeitraum in den Versicherungsbedingungen auf 6 Monate verkürzt wird. Dann erhalten Sie schon eine Berufsunfähigkeitsrente, wenn Sie ärztlich nachweisen, dass Sie voraussichtlich 6 Monate berufsunfähig sein werden.

Die Versicherungsbedingungen sollten die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente bereits vorsehen, wenn Sie voraussichtlich für 6 Monate berufsunfähig sind.

Rückwirkende Rentenzahlungen fangen finanzielle Engpässe auf

Einige Gesellschaften erbringen die vereinbarte Rente erst nach Ablauf einer sechsmonatigen Berufsunfähigkeit. Das heißt, der Versicherte erhält eine Rentenzahlung erst ab dem 7. Monat seiner Berufsunfähigkeit. Für die Zeiten davor erhält er nichts.

Diese Klausel ist für die versicherte Person nachteilig. Gerade bei Beginn einer Berufsunfähigkeit entstehen finanzielle Engpässe durch Behandlungskosten und Verdienstausfall, die von den Krankenkassen nicht oder nur teilweise übernommen werden.

Achten Sie deshalb darauf, dass die Versicherungsbedingungen vorsehen, dass der Versicherer bereits rückwirkend ab Beginn einer Berufsunfähigkeit leistet.

Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung sollte eine Rentenleistung rückwirkend ab Beginn der Berufsunfähigkeit vorsehen, wenn eine 6-monatige Berufsunfähigkeit tatsächlich vorlag. 

Was versteht man unter einer Verweisung in der Berufsunfähigkeitsversicherung? Und welche dramatischen Folgen kann sie für Sie auslösen?

Unter Verweisung versteht man – vereinfacht ausgedrückt - die Möglichkeit des BU-Versicherers die versicherte Person auf eine andere Tätigkeit zu verweisen, die sie noch ausüben könnte (abstrakte Verweisung) oder tatsächlich ausübt (konkrete Verweisung). Darf der Versicherer bedingungsgemäß verweisen, hat dies fatale Folgen: Sie erhalten, obwohl Sie als versicherter Arzt oder Medizinstudent berufsunfähig sind, die vereinbarte BU-Rente nicht. Die Versicherung bleibt leistungsfrei, obwohl Sie das Geld dringend benötigen.

Verweisungsklauseln schweben wie ein Damoklesschwert über Ihren Versicherungsschutz

Greifen Verweisungsklauseln, führen sie dazu, dass Sie, obwohl Sie als Arzt oder Zahnarzt berufsunfähig sind, keine Rente erhalten. Ihr Versicherer kann sie dann auf eine andere Tätigkeit abstrakt oder konkret verweisen. Deshalb ist besonderes Augenmerk auf kundenfreundliche Verweisungsklauseln bei der Auswahl einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu legen.

Warum der Verzicht auf die abstrakte Verweisung für Sie in einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte wichtig ist

Der Verzicht auf die abstrakte Verweisung ist in einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Mediziner ist eine der wichtigsten Klauseln überhaupt. Sie sollten nur einen Vertrag abschließen, der auf die sogenannte abstrakte Verweisung verzichtet. Ob der Versicherer auf die abstrakte Verweisung verzichtet oder nicht, ist an der Formulierung des Berufsunfähigkeitsbegriffs in den Versicherungsbedingungen zu erkennen.

Günstig ist folgende Klausel:

„Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich mindestens sechs Monate außerstande ist, ihren zuletzt vor Eintritt der Berufsunfähigkeit ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, auszuüben.“

Ungünstig ist folgende Klausel:

„Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, nicht mehr ausüben kann und außerstande ist, eine andere Tätigkeit auszuüben, die aufgrund seiner Kenntnisse und Fähigkeiten ausgeübt werden kann und seiner bisherigen Lebensstellung entspricht."

Mit dieser Klausel kann Sie der Versicherer trotz vorliegender Berufsunfähigkeit jederzeit abstrakt auf eine andere Tätigkeit verweisen, die Ihren Kenntnissen und Fähigkeiten sowie Ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht. Das Tückische an dieser Verweisung ist, dass es diesen Verweisungsberuf lediglich theoretisch geben muss. Und obwohl Sie möglicherweise in diesem Verweisungsberuf keine Anstellung finden, muss der Versicherer die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente nicht zahlen.

Der Verzicht auf die abstrakte Verweisung sollte sich auf alle denkbaren Fallkonstellationen beziehen, z.B. auf die Erstprüfung der Berufsunfähigkeit, auf die jährlichen Nachprüfungen der Berufsunfähigkeit, bei vorübergehenden oder dauerhaften Ausscheiden aus dem Berufsleben.

Erst der Verzicht auf die "abstrakte Verweisung" macht aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung eine echte Berufsunfähigkeitsversicherung

Der Verzicht auf die so genannte abstrakte Verweisung ist äußerst wichtig. Er macht Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung zu einer echten Berufsunfähigkeitsversicherung.

Ohne diesen Verzicht kann der Versicherer Sie im Leistungsfall auf jede andere Tätigkeit verweisen, wenn diese Ihren Fähigkeiten und Kenntnissen und Ihrer Lebensstellung entspricht. Der Versicherer kann Sie selbst dann verweisen, wenn Sie in dieser Vergleichstätigkeit keine Anstellung finden.

Der Verzicht sollte möglichst für alle Fälle gelten. Er sollte sich vor allem auf die Erstprüfung, Nachprüfung und auch bei einem vorübergehenden oder dauerhaften Ausscheiden aus dem Berufsleben erstrecken.

"Konkrete Verweisung" in einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte: Weshalb eine kundenfreundliche Klausel Ihnen die Tür für andere ärztliche Tätigkeiten offen hält!

Wie bereits oben erläutert, sollten Ärzte nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, die komplett auf die abstrakte Verweisung verzichtet und sie somit nicht theoretisch auf eine andere Tätigkeit verwiesen werden können.

Doch Ärzte üben ihren Beruf oftmals aus einer inneren Berufung heraus aus. Werden sie in ihrem ausgeübten Arztberuf berufsunfähig, versuchen sie nicht selten unter Einsatz all ihrer Kräfte in einem anderen Arztberuf tätig zu werden.

So könnte beispielsweise ein in seinem Fachgebiet berufsunfähiger Arzt eine Facharztausbildung eines anderen ärztlichen Berufsbildes absolvieren, in dem er noch in Vollzeit arbeiten könnte.

Denkbar wäre auch, dass ein berufsunfähiger Arzt eine ganz andere, nichtärztliche Tätigkeit ausübt, beispielsweise als medizinischer Gutachter, Fachbuchautor, in der Pharmaindustrie oder im öffentlichen Gesundheitswesen.

Für diese Fälle haben fast alle Berufsunfähigkeitsversicherungen für Ärzte die sogenannte konkrete Verweisung in ihren Versicherungsbedingungen verankert.

Die Formulierung für eine konkrete Verweisung könnte in etwa so lauten:

„Berufsunfähigkeit liegt nicht vor, wenn der Versicherte in zumutbarer Weise eine andere Tätigkeit konkret ausübt, die aufgrund seiner Ausbildung und Erfahrung ausgeübt werden kann und seiner bisherigen Lebensstellung entspricht.“

Die zumutbare Einkommenseinbuße sollte auf 20% begrenzt sein

Die konkrete Verweisung in einer Berufsunfähigkeitsversicherung für einen Arzt kommt also immer dann zur Anwendung, wenn ein berufsunfähiger Arzt konkret eine andere Tätigkeit ausübt, die

  • seinen Fähigkeiten und Kenntnissen
  • sowie seiner Lebensstellung

entspricht.

Doch wann entspricht die konkret ausgeübte Tätigkeit der bisherigen Lebensstellung des berufsunfähigen Arztes? Abgestellt wird bei der Beantwortung dieser Frage darauf, ob diese neu ausgeübte Tätigkeit dem sozialen Ansehen der vorherigen Tätigkeit entspricht und dass das berufliche Einkommen nicht spürbar unter das Niveau der zuletzt ausgeübten Tätigkeit absinkt.

Die Einkommenskomponente hat bei der Bestimmung der Lebensstellung eine große Bedeutung. Doch gerade hier sind die Regelungen in den Berufsunfähigkeitsversicherungen für Ärzte schwammig. Denn nicht wenige Berufsunfähigkeitsversicherer orientierten sich dabei an den zumutbaren Einkommensminderungen, die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung für richtig befunden worden und verweisen in ihren Vertragsbestimmungen zur Berufsunfähigkeitsversicherung für einen Arzt auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes und der Oberlandesgerichte.

Doch diese von den obersten Gerichten gefällten Urteile sind Einzelfallentscheidungen, die zumutbare Einkommenseinbußen in einer größeren Bandbreite zuließen und deshalb Unsicherheit schaffen. Dabei lag die Bandbreite der zumutbaren Einkommenseinbuße nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes und der Oberlandesgerichte zwischen ca. 10% und 30%.

Sie sollten deshalb darauf achten, dass in den Regelungen zur konkreten Verweisung in einer Berufsunfähigkeitsversicherung für einen Arzt eindeutig geregelt ist, ab welcher Einkommenseinbuße eine Verweisung für den Versicherer nicht mehr möglich ist.

Die zumutbare Einkommensminderung sollte nicht größer als 20% sein.

Bei nicht wenigen Berufsunfähigkeitsversicherungen für Ärzte wird zwar die 20%-Grenze genannt, aber an gleicher Stellte wieder entwertet. Es finden sich in den Vertragsbedingungen solche oder ähnlich formulierte Klauseln:

"In der Regel ist eine (konkrete) Verweisung unzumutbar, wenn die Einkommensminderung mehr als 20% beträgt".

oder

"Im Regelfall wird von uns eine (konkrete) Verweisung nicht vorgenommen, wenn die Einkommenseinbuße mehr als 20% beträgt, wobei die individuellen Gegebenheiten sowie die höchstrichterliche Rechtsprechung zu berücksichtigen sind."

Bei diesen beiden Klauseln sind Rechtsstreitigkeiten vorprogrammiert. Sie sollten deshalb Berufsunfähigkeitsversicherungen mit solch schwammigen, unscharfen Klauseln vermeiden.

Die zumutbare Einkommenseinbuße von 20% sollten bei der konkreten Verweisung rechtsverbindlich vereinbart sein

Erstklassige Berufsunfähigkeitsversicherungen für einen Art verzichten auf die konkrete Verweisung, wenn die Einkommensminderung mehr als 20% beträgt oder wenn die höchstrichterliche Rechtsprechung einen geringeren Prozentsatz festlegt.

Die Einkommensminderung von 20% sollte konkret und eindeutig in den Versicherungsbedingungen geregelt sein. Nur so ist die Regelung für Sie rechtsverbindlich und einklagbar.

Bei nicht wenigen Berufsunfähigkeitsversicherungen für Ärzte wird zwar die 20%-Grenze in den Versicherungsbedingungen genannt, aber an gleicher Stellte wieder durch vage Formulierungen oder "Kann-Regelungen" entwertet.

Weiterführende Infos:

Welche Bedeutung haben Umorganisationsklauseln in einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte

Eine weitere Leistungsvoraussetzung des Berufsunfähigkeitsversicherer kann bei der Prüfung seiner Leistungspflicht sein, ob der berufsunfähige Arzt seinen Arbeitsplatz so umorganisieren kann, dass ihm noch eine Restleistungsvermögen von mehr als 50% verbleibt und er somit faktisch nicht mehr berufsunfähig im Sinne der Versicherungsbedingungen ist. Würde eine vertraglich vereinbart sein und die Umorganisation zulässig und erfolgreich sein, ginge der versicherte Arzt leer aus.

Umorganisationsklausel: angestellter Arzt

Grundsätzlich sollten Sie als angestellter Arzt nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, die auf eine zumutbare Umorganisation ihres Arbeitsplatzes verzichtet.

Einige Berufsunfähigkeitsversicherungen für Ärzte fordern im Leistungsfall bedingungsgemäß eine Umorganisation des Arbeitsplatzes. Hier prüft dann der Versicherer im Falle einer Berufsunfähigkeit, ob durch eine Veränderung Ihres Arbeitsplatzes Ihre bisherige Tätigkeit soweit verändert werden kann, dass Sie im neu geschaffenen Tätigkeitsfeld nicht mehr berufsunfähig sind.

Diese Umorganisationsklausel ist in einer Berufsunfähigkeitsversicherung für angestellte Ärzte fatal, denn sie haben in der Regel keinen Einfluss auf die konkrete Ausgestaltung ihres Arbeitsplatzes. Konstruiert die Versicherungsgesellschaft einen theoretischen Arbeitsplatz, auf dem der an und für sich berufsunfähige Arzt noch arbeiten könnte, ist der Versicherer leistungsfrei. Doch dies ist die Crux - es wird lediglich von der Berufsunfähigkeitsversicherung ein theoretischer Arbeitsplatz konstruiert, der tatsächlich gar nicht geschaffen werden muss. Ob diese Arbeitsstelle geschaffen wird oder nicht, liegt nämlich ausschließlich im Ermessen des Arbeitgebers. Und ist dieser dazu nicht bereit, sieht es für den berufsunfähigen Arzt schlecht aus. Trotz Berufsunfähigkeit erhält er von seiner Versicherung keine Rentenleistung.

Umorganisationsklausel: angestellter Arzt mit Direktionsbefugnissen

Einige Berufsunfähigkeitsversicherungen für Ärzte verzichten zwar auf die Umorganisation des Arbeitsplatzes bei Angestellten, fordern aber bei Angestellten mit Direktionsbefugnissen (leitende Ärzte, Prokuristen, angestellte Geschäftsführer) eine zumutbare Umorganisation ihres Arbeitsplatzes. Dies wäre im Leistungsfall fatal. Gerade leitende Ärzte mit großer Personalstärke würden nur schwer berufsunfähig werden, da sie Arbeiten an eine Vielzahl von Mitarbeitern delegieren können und dabei immer noch eine aufsichtsführende Tätigkeit ausüben können.

Auch wenn Sie derzeit noch Assistenzarzt oder Facharzt tätig sind, ist es wichtig, eine Berufsunfähigkeitsversicherung für einen Arzt abzuschließen, die auf eine zumutbare Umorganisation bei angestellten Ärzten mit Direktionsbefugnissen verzichtet. Sie vermeiden so bei einem späteren beruflichen Aufstieg im Falle einer Berufsunfähigkeit zeitraubende Prozesse.

Umorganisationsklausel: niedergelassener Arzt oder Zahnarzt

Niedergelassene und freiberufliche Ärzte haben große Einflussmöglichkeiten auf die Gestaltung ihrer Arztpraxis und damit auf die Gestaltung ihres eigenen Arbeitsplatzes.

Deshalb sehen die Versicherungsbedingungen zur Berufsunfähigkeitsversicherung aller uns bekannten Berufsunfähigkeitsversicherungen für Ärzte vor, dass ein niedergelassener Arzt im Falle einer Berufsunfähigkeit, seine Arztpraxis unter bestimmten Voraussetzungen so umzuorganisieren hat, dass er weiterhin dort tätig sein kann. Die Zulässigkeit dieser Regelung ist durch höchstrichterliche Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes bestätigt.

Geprüft wird in diesem Zusammenhang, ob die Arztpraxis mit einem vertretbaren Kapitaleinsatz oder mit einer zumutbaren Kostenbelastung so umorganisiert werden kann, dass dem Arzt die Stellung des Praxisinhabers gewahrt bleibt und die Einkommenseinbußen für ihn hinnehmbar sind.

Achten Sie insbesondere darauf, dass in der „Umorganisationsklausel“ in einer Berufsunfähigkeitsversicherung für einen Arzt die Höhe der zumutbaren Einkommensminderung prozentmäßig genau definiert ist, damit Streitigkeiten über die Höhe der hinnehmbaren Einkommensminderungen vermieden werden.

Umorganisationsklausel bei niedergelassenen Ärzten

Die Umorganisationsklausel sollte in etwa folgenden Wortlaut haben:
„Eine betrieblich sinnvolle Umorganisation ist nicht zumutbar, wenn das jährliche Bruttoeinkommen 20% oder mehr unter dem Bruttoeinkommen im zuvor ausgeübten Beruf liegt.“

Einige Berufsunfähigkeitsversicherungen für Ärzte nehmen in ihren Umorganisationsklauseln, was die Höhe der zumutbaren Einkommenseinbuße für einen niedergelassenen Arzt angeht, Bezug auf die höchstrichterliche Rechtsprechung.

Von solch einer Umorganisationsklausel in einer Berufsunfähigkeitsversicherung für einen Arzt raten wir ab, da Urteile der höchsten Gerichte keine Allgemeingültigkeit haben und immer nur für den verhandelten Einzelfall gelten. Mit dieser globalen Regelung sind Rechtsstreitigkeiten für Sie als Arzt im Leistungsfall von vornherein vorprogrammiert.

Umorganisationsklausel angestellter Arzt: Verzicht auf Umorganisation des Arbeitsplatzes

Wer als angestellter Arzt beschäftigt ist, sollte darauf achten, dass die Versicherungsbedingungen seiner Berufsunfähigkeitsversicherung nicht eine Umorganisation des Arbeitsplatzes im Falle einer Berufsunfähigkeit vorsehen.

Der Verzicht auf eine zumutbare Umorganisation sollte auch für angestellte Ärzte mit Direktionsbefugnis gelten.

Umorganisationsklausel niedergelassener Arzt: Zumutbare Umorganisation der Arztpraxis

Für niedergelassene und freiberufliche Ärzte sollte für die zumutbare Umorganisation ihrer Arztpraxis ein fester Prozentsatz für die zumutbare Einkommensminderung definiert sein (zum Beispiel maximal 20%).

Weiterführende Infos:

Warum großzügige Dynamikerhöhungen in einer Berufsunfähigkeitsversicherung es Ihnen ermöglichen sollten, Ihren BU-Schutz Ihren Gehaltssteigerungen anzupassen

Der Arztberuf ist als Karriereberuf einzustufen. Nach einem aufwendigen Studium der Medizin erfolgt in der Regel die Facharztausbildung. Hiernach steigen die Karrierechancen rapide und das Einkommen wächst sprunghaft.

Deshalb ist es für Ärzte wichtig, dass sich ihr gestiegender Absicherungsbedarf in einer Berufsunfähigkeitsversicherung für einen Arzt durch großzügige Nachversicherungsgarantien und Dynamikerhöhungen anpassen lässt. In unserem Mandantenstamm erzielen zum Beispiel die meisten niedergelassen Zahnärzte ein jährliches Einkommen zwischen ca. 120.000 und 180.000 Euro, einige spezialisierte Zahnarztpraxen, Kieferchirurgen und Kardiologen erzielen 400.000 Euro und mehr.

Nicht alle dieser Ärzte konnten wir bei Mandatsübernahme bedarfsgerecht versichern, weil sich diese vor unserer Beratung anderweitig für eine für sie ungeeignete Berufsunfähigkeitsversicherung entschieden hatten – fast immer aus Unkenntnis.

Obwohl sich diese Ärzte höher und qualitativ hochwertiger gegen eine mögliche Berufsunfähigkeit versichern möchten, lässt dies ihr im Zeitablauf verschlechterter Gesundheitszustand nicht mehr zu. Trotz ihres hohen Einkommens haben diese Praxisinhaber große finanzielle Verpflichtungen aus Praxis- und Eigenheimfinanzierung und damit monatliche erhebliche Liquiditätsbelastungen. Im Falle einer Berufsunfähigkeit sind diese Praxen und auch der betroffene Arzt stark existenzbedroht.

Dynamikerhöhungen werden oft in ihrer Höhe begrenzt

  • Viele Berufsunfähigkeitsversicherungen beenden die Beitragsdynamik, wenn die monatliche Berufsunfähigkeitsrente 2.500 € oder 4.000 € übersteigt. Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente wird an dieser Stelle eingefroren.
  • Eine Erhöhung der Berufsunfähigkeitsrente ist dann nur noch mit einer Gesundheitsprüfung möglich, doch infolge des zunehmenden Alters haben sich bei vielen Ärzten gesundheitliche Beeinträchtigungen eingestellt, die eine Höherversicherung nicht zulassen.
  • In späteren Berufsjahren werden jedoch nicht selten monatliche Berufsunfähigkeitsrenten zwischen 5.000 € und 8.000 € benötigt, da aufgrund der hohen Liquiditätsbelastungen aus Praxis- und Eigenheimfinanzierungen und dem meist gestiegenden Lebensstandard diese Absicherung benötigt wird.

Dynamiken in einer Berufsunfähigkeitsversicherung für einen Arzt

Achten Sie neben großzügigen Nachversicherungsgarantien darauf, dass Ihr Vertrag mit einer Beitragsdynamik von mindestens 5% ausgestattet ist, damit sich der Versicherungsschutz nicht durch die Inflationswirkungen zu stark entwertet. Wichtig ist, dass die Beitragsdynamik nicht vorzeitig bei Erreichen einer vertraglich für Sie zu niedrigen Höchstrente endet.
Nicht wenige Berufsunfähigkeitsversicherungen für Ärzte beenden die Beitragsdynamik schon bei Erreichen einer monatlichen Berufsunfähigkeitsrente von 2.500 € oder 4.000 €. Dies ist definitiv für einen Arzt viel zu wenig.

Viele Ihrer Berufskollegen sitzen heute auf Berufsunfähigkeitsversicherungen mit Minirenten, die sie nicht mehr aufstocken können, weil eine bedingungsgemäße Höchstrente erreicht wurde − eine Aufstockung ihres Berufsunfähigkeitsschutes aber dringend benötigen würden! Leider lässt Ihr Gesundheitszustand in vielen Fällen den Neuabschlus einer Versicherung nicht mehr zu.

Weiterführende Infos:

Infektionsklauseln in einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte und Zahnärzte

Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass Sie als Human- oder Zahnmediziner ebenfalls als berufsunfähig gelten, wenn Sie aufgrund einer behördlichen Anordnung oder anderer Rechtsvorschriften längerfristig wegen einer Infektionsgefahr Patienten nicht behandeln dürfen (vollständiges Tätigkeitsverbot). In einer Berufsunfähigkeitsversicherung für einen Arzt sollte Versicherungsschutz bestehen, wenn sich das Tätigkeitsverbot über mehr als 6 Monate erstreckt.

Infektionsklausel für Ärzte

Eine Infektionsklausel in Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung sollte sicherstellen, dass Sie auch dann als berufsunfähig gelten, wenn Sie mehr als 6 Monate aufgrund eines gesetzlichen oder behördlichen Verbots Patienten nicht behandeln dürfen.

Weiterführende Infos:

 

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für einen Arzt muss die typischen berufspezifischen Besonderheiten berücksichtigen

Für Sie als Arzt empfiehlt es sich, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, die die berufsspezifischen Besonderheiten Ihres ausgeübten Arztberufes berücksichtigt. Es gilt zudem, hochwertigen Berufsunfähigkeitsschutz zu guten Konditionen zu bekommen. Gern bin ich Ihnen dabei behilflich. Meine Erfahrung zeigt, dass dies später aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen oftmals nicht mehr möglich ist. Mich erreichen nahezu wöchentlich Anfragen von dem einen oder anderen Ihren Berufskollegen, die sich bedarfsgerechten und hochwertigen Berufsunfähigkeitsschutz wünschen, aber nicht mehr erhalten können oder nur mit Einschränkungen (Leistungsausschluss, Beitragszuschläge oder beides). Lassen Sie es nicht soweit kommen! Handeln Sie rechtzeitig.

Berufsunfähigkeitsversicherung für Medizinstudenten und Zahnmedizinstudenten

Studentinnen und Studenden der Humanmedizin und Zahnmedizin, erhalten unter folgenden Link weitere interessante Infos:

 

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Warum die Gesundheitsfragen von zentraler Bedeutung sind?

Beantworten Sie die Gesundheitsfragen im Versicherungsantrag nicht wahrheitsgemäß, unvollständig oder verschweigen gefahrerhebliche Umstände, verletzten Sie die sogenannte vorvertragliche Anzeigepflicht. Der Versicherer ist in diesen Fällen berechtigt, die Berufsunfähigkeitsrente zu kürzen oder ist sogar ganz leistungsfrei.

Die BU-Versicherer prüfen i.d.R. erst im Leistungsfall, ob Sie seine Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß und vollständig beantwortet haben. Spätestens dann erfährt der Versicherer von Ihrer Anzeigepflichtverletzung. Beantworten Sie deshalb die Gesundheitsfragen so präzise wie möglich und fordern Sie gegebenfalls Ihre Patientenakte an!

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